Scheidenentzündung mit Candida albicans

Definition

Definition Unter der Candidose versteht man eine Infektion der Scheide mit Candida albicans. Allerdings können auch andere Keime aus der Familie der Hefepilze solche Infektionen auslösen.

Risikogruppen Gefährdet für eine Infektion mit Candida sind Schwangere, Frauen mit Diabetes mellitus, Frauen, die die «Pille» einnehmen und Frauen mit Immunschwäche (AIDS, Krebserkrankungen).

Merkmale, Diagnostik, Verlauf 20 Prozent der Frauen weisen Candida albicans in ihrer normalen Scheidenflora auf und haben keine Symptome. Meist beginnt die Infektion nach der Regelblutung, weil während der Menstruation der pH in der Scheide höher ist (zirka um 7), was den Candida-Pilzen das Überleben ermöglicht. Mögliche Symptome sind Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Verkehr. Ausserdem ein dicker, weisser, «Hüttenkäse-ähnlicher» Ausfluss. Die äussere Geschlechtsteile und Scheide können gerötet und geschwollen sein. Die Diagnose wird durch Nachweis von Candida albicans und seiner Sporen unter dem Mikroskop gestellt. Um andere Hefepilze nachzuweisen, können weitere Tests notwendig sein.

Behandlung Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten, die gegen Pilze wirksam sind, sogenannte Antimykotika. Diese Medikamente werden je nach Situation und Schwere der Infektion in Form von Salben, Scheidenzäpfchen oder Tabletten eingesetzt.

Einleitung

Ausfluss aus der Scheide und/oder Irritationen der äusseren weiblichen Geschlechtsteile (Vulva) gehören zu den häufigsten Beschwerden, die Frauen zum Gynäkologen führen. Gewisse Absonderungen aus der Scheide sind auch bei völlig gesunden Frauen stets vorhanden, wobei deren Ausmass von der hormonellen Situation, in der sich die Frau gerade befindet, abhängig ist.

Das Scheidensekret setzt sich zusammen aus Absonderungen von Gebärmutterhals, Gebärmutter und Eileiter, Sekreten aus verschiedenen Drüsen und Absonderungen der Scheide (abgeschilferte Zellen der Scheidenschleimhaut und Stoffwechselprodukte der Scheidenflora). Diese Sekrete enthalten Eiweisse, Zucker, Aminosäuren und Immunglobuline.

In der Zyklusmitte und bei Schwangerschaft kommt es zu vermehrter Sekretion, während bei Frauen nach dem Klimakterium (ohne Östrogenersatztherapie) das Vaginalsekret abnimmt. Diese Trockenheit der Scheide kann dann zu Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr und/oder Infektionen führen, da die Scheidenschleimhaut empfindlicher ist.

Normales Scheidenmilieu

Die Schleimhaut der Vagina (Scheide) wird durch die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron und deren zyklische Veränderungen (siehe auch Menstruationszyklus) beeinflusst. Die Besiedelung der Vagina ändert sich auch mit dem Lebensalter: 

Die Vagina des neugeborenen Mädchens ist direkt nach der Geburt von Bakterien besiedelt, die es bei der Passage durch den Geburtskanal erworben hat. Durch die mütterlichen Östrogene ist die Scheidenhaut zu diesem Zeitpunkt reich an Glykogen und hat einen niedrigen, sauren pH-Wert (3,7 bis 6,3).

Kurz nach der Geburt nimmt das zur Verfügung stehende Östrogen ab, die Scheidenhaut wird dünn, besitzt kaum noch Glykogen und der pH-Wert steigt auf 6 bis 8 an. Dies führt dazu, dass die Art der Bakterienbesiedelung ebenfalls ändert.
Mit dem Beginn der Pubertät, steigen das Östrogen und damit auch der Gehalt an Glykogen wieder an. Jetzt sind sogenannte Laktobazillen (Döderlein-Flora) vorherrschend. Sie bauen das Glykogen zu Milchsäure ab, was wiederum zu einem sauren pH-Wert zwischen 3,5 und 4,5 führt.
Neben den Laktobazillen sind aber noch eine ganze Reihe anderer Bakterien in der normalen Scheidenflora heimisch; bei den meisten Frauen drei bis acht verschiedene Typen. Die häufigsten sind Lactobacillus, Staphylokokken, Diphteroide, Streptokokken und Escherichia coli. Normalerweise führen diese Bakterien nicht zu Krankheitserscheinungen. Die Scheidenflora stellt ein empfindliches Ökosystem dar, das durch die Bakterien selbst, ihre Stoffwechselprodukte, Östrogen und den pH-Wert in der Scheide in einem sehr sensiblen Gleichgewicht gehalten wird. Wird dieses Gleichgewicht gestört, kann dies zu Irritationen oder Infektionen führen.

Ursache(n)

Die normale Scheidenflora stellt ein sehr empfindliches Ökosystem dar, das durch die in ihm natürlicherweise vorkommenden Bakterien selbst, deren Stoffwechselprodukte, Östrogen und den pH-Wert in der Scheide in einem sehr sensiblen Gleichgewicht gehalten wird. Wird dieses Gleichgewicht gestört, kann dies zu Irritationen oder Infektionen führen.

So sind z.B. Antibiotika ein grosser Störfaktor. Antibiotika wirken nämlich nicht nur gegen die "bösen" Bakterien, die eine Infektion ausgelöst haben und zu deren Behandlung sie verschrieben wurden, sondern auch gegen die "guten" Bakterien. Hierdurch kann es zum Überwuchern von Hefepilzen in der Scheide kommen.

Auch Vaginalduschen stören das Gleichgewicht durch eine Veränderung des pH-Werts oder die Verminderung der normalen Scheidenflora.

Beim Geschlechtsverkehr ändert sich ebenfalls der pH-Wert. Er kann bis auf 7,2 ansteigen und bleibt über sechs bis acht Stunden erhöht, was das Scheidenmilieu in dieser Zeit ideal für die Übertragung von Krankheiten macht. Die Erhöhung des pH kommt u.a. durch Absonderungen der Vaginalhaut bei sexueller Erregung zustande. Dieses Sekret hat einen pH-Wert von 7,4. Biologisch ist diese Änderung des pH-Werts sinnvoll und notwendig, weil Spermien nur in diesem Milieu in der Scheide überleben.

Auch Fremdkörper in der Vagina (vergessenes Diaphragma, vergessener Tampon, bei Kindern z.B. Steine oder Nüsse) können ebenfalls über die Auslösung einer Entzündungsreaktion zur Änderung des Scheidenmilieus führen.

Merkmale, Diagnostik, Verlauf

Bei Infektionen im Bereich von Scheide und Vulva kommt es häufig zu vermehrtem nicht-blutigem Ausfluss. Für die Diagnose hilfreich sind Geruch, Farbe, Zähigkeit und pH des Ausflusses. Die Untersuchung eines Abstriches unter dem Mikroskop gibt meist schon Aufschluss über die Art des Erregers. In schwereren Fällen können das Anlegen von Bakterienkulturen oder weitere Untersuchungen notwendig sein.

Je nach Erreger wird unterschiedlich behandelt. Die häufigsten Vaginalinfektionen werden auf den nächsten Seiten dargestellt.

Trichomonaden-Vaginitis, Scheidenentzündung mit Trichomonas vaginalis

Definition

Bei der Trichomonas-Vaginitis handelt es sich um eine Scheidenentzündung, die durch das Geisseltierchen Trichomonas vaginalis entsteht und meistens durch Geschlechtsverkehr übertragen wird.

Merkmale, Diagnostik, VerlaufBei immerhin 25 Prozent der Patientinnen sind Trichomonaden vorhanden, ohne zu Symptomen zu führen. Mögliche Symptome, die in ihrer Schwere variieren können, sind: Ausfluss, Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Für die Diagnose wird ein Abstrich gemacht, der dann unter dem Mikroskop ein birnenförmiges, bewegliches Geisseltierchen erkennen lässt. Eventuell ist eine Kultur oder eine spezielle Färbung des mikroskopischen Präparates notwendig.

BehandlungDie Behandlung erfolgt mit einem Antibiotikum. Auch der Sexualpartner erhält das gleiche Antibiotikum, um den «Ping-Pong-Effekt» mit erneuter Infektion zu vermeiden.

Candidose, Candida-Vaginitis, Scheidenentzündung mit Candida albicans

Definition

Unter der Candidose versteht man eine Infektion der Scheide mit Candida albicans. Allerdings können auch andere Keime aus der Familie der Hefepilze solche Infektionen auslösen.

Risikogruppen Gefährdet für eine Infektion mit Candida sind Schwangere, Frauen mit Diabetes mellitus, Frauen, die die «Pille» einnehmen und Frauen mit Immunschwäche (AIDS, Krebserkrankungen).

Merkmale, Diagnostik, Verlauf 20 Prozent der Frauen weisen Candida albicans in ihrer normalen Scheidenflora auf und haben keine Symptome. Meist beginnt die Infektion nach der Regelblutung, weil während der Menstruation der pH in der Scheide höher ist (zirka um 7), was den Candida-Pilzen das Überleben ermöglicht. Mögliche Symptome sind Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Verkehr. Ausserdem ein dicker, weisser, «Hüttenkäse-ähnlicher» Ausfluss. Die äussere Geschlechtsteile und Scheide können gerötet und geschwollen sein. Die Diagnose wird durch Nachweis von Candida albicans und seiner Sporen unter dem Mikroskop gestellt. Um andere Hefepilze nachzuweisen, können weitere Tests notwendig sein.

Behandlung Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten, die gegen Pilze wirksam sind, sogenannte Antimykotika. Diese Medikamente werden je nach Situation und Schwere der Infektion in Form von Salben, Scheidenzäpfchen oder Tabletten eingesetzt.

Bakterielle Vaginitis

Definition

Unter einer bakteriellen Vaginitis versteht man eine Infektion der Scheide mit Bakterien; meist handelt es sich um das Bakterium Gardnerella vaginalis.

Merkmale, Diagnostik, Verlauf Das häufigste Symptom ist übelriechender beige-grauer Ausfluss, dessen fischartiger Geruch durch Stoffwechselprodukte der Bakterien ausgelöst wird. Juckreiz und Brennen kommen weniger häufig vor. Die Diagnose wird anhand des sogenannten Geruchstests (stark nach Fisch) gestellt. Irritation von Scheide oder Vulva fehlt häufig. Falls notwendig, werden weitere Untersuchungen vorgenommen.

Behandlung Zur Behandlung kommt ein Antibiotikum zum Einsatz.

Chlamydien-Kolpitis, Chlamydien-Vaginitis, Scheidenentzündung mit Chlamydien

Definition

Unter einer Chlamydien-Kolpitis versteht man eine Infektion der Scheide mit Chlamydia trachomatis, die meist über Geschlechtsverkehr übertragen wird.

Merkmale, Diagnostik, Verlauf Vermehrter eitriger Ausfluss, Schmerzen im Unterbauch. Falls die Harnröhre mitbetroffen ist, kommt es zu Schmerzen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang. Für die Diagnose wird ein Abstrich gemacht. Zudem werden spezifische Antikörper gegen Chlamydien im Serum nachgewiesen.

Komplikationen Chlamydien können zu Infektionen des Gebärmutterhalses (Zervizitis), der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) und Eileiterentzündung (Salpingitis) führen. Sterilität und erhöhtes Risiko für eine EUG sind mögliche Folgen. Chlamydien können auch eine Entzündung der Harnröhre (Urethritis) verursachen. Darüberhinaus können Chlamydien unter der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden und dann beim Kind zu Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder auch Lungenentzündung (Pneumonie) führen.

Behandlung Behandelt wird mit einem Antibiotikum.

Atrophische Vaginitis

Definition Unter atrophischer Vaginitis versteht man eine Irritation der Scheide, die bei Frauen nach den Wechseljahren vorkommt: Östrogen fördert die Durchblutung und damit die Ernährung und Gesunderhaltung der Scheidenhaut. Fällt nach der Menopause der Östrogenspiegel ab, wird die Scheidenhaut unter Umständen nicht mehr ausreichend ernährt. Sie wird trocken und sehr empfindlich, was die Verletzlichkeit und das Infektionsrisiko erhöht.

Merkmale, Diagnostik, Verlauf Meist klarer, wässriger Ausfluss, Rötung und Schürfungen der Vulva, blasse Scheidenhaut, die sehr empfindlich ist und bei Kontakt (z.B. auch beim Geschlechtsverkehr) leicht blutet. Zur Diagnosestellung genügt meist ein Abstrich. Falls Blutungen vorhanden sind, werden eventuell weitere Untersuchungen vorgenommen, um bösartige Veränderungen sicher auszuschliessen.

Behandlung Die Behandlung besteht in der Gabe von Östrogen, um die Scheidenhaut wieder aufzubauen. Wieviel Östrogen verabreicht wird und in welcher Form dies geschieht, hängt von der jeweiligen Situation ab und ist individuell sehr verschieden.

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