Mastopathie

Ursache(n)

Die Mastopathie ist ein häufiges Krankheitsbild. Einige Autoren sprechen davon, dass jede 5. Frau wegen Beschwerden im Rahmen einer Mastopathie den Arzt aufsucht. Am häufigsten sind Mastopathien zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.

Bei der Mastopathie kommt es durch einen Mangel an Progesteron zu einem relativen oder absoluten Überschuss an Östrogen und unter dem Einfluss des Hormons zu Umbaureaktionen des Brustdrüsengewebes. Feststellbar sind ein bindegewebiger Umbau; eine vermehrte Wucherung des Epithelgewebes, das die Milchgänge auskleidet; Ausweitungen der Milchgänge und die Bildung von Zysten.

Definition

Unter dem Begriff Mastopathie fasst man einige gutartige Erkrankungen der weiblichen Brust zusammen, die im geschlechtsreifen Alter auftreten können. Es gibt allerdings etwa 50 verschiedene Bezeichnungen und unterschiedliche Klassifikationen. Es gibt verschiedene Klassifikationen der Mastopathie. In der Klassifikation nach Prechtel (1972) werden die Formen der Mastopathie aufgrund ihrer Tendenz, krebsartig zu entarten, unterschieden:
Grad I: Einfache Mastopathia cystica fibrosa ohne Wucherungen des Epithelgewebes. Kein Entartungsrisiko. Diese Form liegt bei etwa 70 Prozent aller Mastopathien vor.
Grad II: Mastopathia cystica fibrosa mit Wucherungen des Epithelgewebes, aber ohne krankhafte Veränderungen der Zellen. Bei dieser Form, die in etwa 20 Prozent der Fälle von Mastopathie vorkommt, besteht ein geringfügig erhöhtes Risiko einer Entartung.
Grad III: Mastopathia cystica fibrosa mit Wucherungen des Epithels und krankhaften Zellveränderungen. Diese Form liegt bei etwa 10 Prozent der Frauen, die unter einer Mastopathie leiden, vor. Bei drittgradiger Mastopathie lassen sich oft mehrere Herde nachweisen und in 30 Prozent der Fälle sind beide Brüste betroffen. Das Entartungsrisiko ist bei einer drittgradigen Mastopathie deutlich erhöht (2,5 bis 4fach).

Merkmale, Diagnostik, Verlauf

Bei der Mastopathie lassen sich häufig knotige Veränderungen tasten, die sich mehr oder weniger deutlich vom übrigen Brustgewebe unterscheiden. Diese Veränderungen werden häufig von den betroffenen Frauen bei der Selbstuntersuchung der Brust bemerkt. Die Gutartigkeit dieser Knoten muss ärztlich abgeklärt werden. Neben der sorgfältigen Erhebung der Krankengeschichte und dem Abtasten von Brust und Achselhöhle sind daher oft noch weitere diagnostische Massnahmen notwendig. Diese können z.B. sein:
Mammographie
Ultraschalluntersuchung der Brüste.
Punktionszytologie: Ein ertasteter Knoten wird - meist unter Ultraschallsicht - punktiert, um daraus Flüssigkeit und Zellmaterial zu entnehmen. Dieses Material wird dann auf die Art der enthaltenen Zellen und deren Gutartigkeit hin untersucht.
Biopsie: Mittels einer kleinen Operation wird Gewebe aus dem verdächtigen Tastbefund oder auch der Knoten als Ganzes entnommen. Meist wird das Gewebe bereits während der Operation auf seine Gutartigkeit hin untersucht (sogenannter Schnellschnitt). Sollte es sich um eine bösartige Wucherung (Brustkrebs) handeln, wird die Operation direkt weitergeführt und so der Patientin eine erneute Narkose erspart.
Vorherrschendes Symptom der Mastopathie ist die Mastodynie, d.h. Schmerzen und Spannungsgefühl in den Brüsten. Von manchen Autoren wird die Mastodynie auch als die leichteste Form der Mastopathie bezeichnet. Während Schwangerschaft und Stillzeit bessern sich die Beschwerden meistens aufgrund der Progesteronproduktion von Gelbkörper und Plazenta. Die Schmerzen verschwinden in der Menopause. Frauen, die eine Östrogenersatztherapie erhalten können aber weiterhin unter den Symptomen einer Mastopathie leiden.

Behandlung

Die Behandlung ist abhängig vom Alter der Patientin, der Schwere der Symptomatik und davon, ob bei der betreffenden Frau Risikofaktoren für Brustkrebs vorhanden sind.

Bei verdächtigen Befunden müssen durch Entnahme von Gewebeproben bösartige Veränderungen ausgeschlossen werden. Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) können eventuell punktiert werden, um durch das Ablassen der Flüssigkeit für Linderung zu sorgen.

Bei Mastopathien Grad I und II ist die Behandlung vorwiegend auf das Hauptsymptom, die Mastodynie, ausgerichtet. Ziel der Behandlung ist es, die östrogenabhängigen Wucherungen des Gewebes zu stoppen. Hierfür setzt man Gestagene oder auch orale Kontrazeptiva (Pille) ein, die eher gestagenbetont sind. Auch sogenannte Antiöstrogene oder Substanzen, welche die Produktion von Östrogenen in den Eierstöcken hemmen, können verwendet werden.

Bei erhöhten Werten an Prolaktin (Hormon, das den Milchfluss fördert) und gestörtem Menstruationszyklus werden auch Prolaktin-hemmende Medikamente eingesetzt.

Bei Mastopathie Grad III wird wegen des deutlich erhöhten Entartungsrisikos oft zur Entfernung des Brustdrüsengewebes geraten. Dies gilt insbesondere dann, wenn weitere Risikofaktoren für die Entwicklung von Brustkrebs vorliegen. Heutzutage ist die Entfernung des Brustdrüsengewebes unter Erhaltung der Brustwarze und unter - eventuell sogar zeitgleicher - Einlage einer Brustprothese möglich.

Falls von der Patientin keine Operation gewünscht wird, ist es empfehlenswert, den Verlauf engmaschig zu kontrollieren. Hierzu sollten in jährlichen Abständen eine klinische Untersuchung sowie eine Mammographie stattfinden, um etwaige verdächtige Befunde möglichst früh erfassen zu können.

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