Zyklusstörungen

Ursache(n)

Organische Ursachen: Myome, Krebserkrankungen von Gebärmutterhals oder -körper, Polypen der Gebärmutterschleimhaut, Endometriose, Entzündungen der Eileiter, ein Intrauterinpessar (Spirale), Hyperplasie des Endometriums (übermässiges Wachstum der Gebärmutterschleimhaut), Endometritis (Entzündung der Gebärmutterschleimhaut).

Hormonelle Ursachen können unter anderem fehlender Eisprung (Anovulation), exzessive Produktion von Östrogenen oder zu hoher Spiegel von Prolaktin im Blut (Hyperprolaktinämie) sein.

Auch Störung im Bereich der Blutgerinnung und des Blutes können zu Auffälligkeiten der Menstruation führen. Hier wären eine zu geringe Anzahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie), erhöhte Fibrinolysine oder auch Autoimmunerkrankungen, Leukämie oder die Von-Willebrand-Erkrankung zu nennen.

Leberfunktionsstörungen sind ebenfalls in der Lage, Blutungsstörungen zu verursachen. Es kann z.B. ein Mangel an Substanzen, die Sexualhormone im Blut binden können, bestehen. Die Hormone bleiben "frei" und somit länger aktiv. Oder der Stoffwechsel des Östrogens ist gestört. Ebenfalls möglich sind genetische Eiweissdefekte, welche die Blutgerinnung beeintächtigen. Auch Medikamente können Blutungsstörungen verursachen. Zu nennen wären hier Östrogene, Aspirin (Acetylsalicylsäure), Heparin, Cumarin, Tamoxifen.

Schliesslich können auch Komplikationen einer Frühschwangerschaft wie Fehlgeburt, Extrauteringravidität zu Blutungen führen.

Wenn organische Veränderungen, Medikamente, Gerinnungsstörungen und eine unerwartete Schwangerschaft ausgeschlossen sind, spricht man von einer dysfunktionellen Blutung.

Merkmale, Diagnostik, Verlauf

Blutungsstörungen gehören zu den häufigsten gynäkologischen Problemen. Am häufigsten kommen sie um den Zeitpunkt der Menarche (erste Regelblutung) und in der Zeit um die Menopause herum (Perimenopause) vor. Bei Frauen in der Perimenopause werden die Blutungen meist durch die Abnahme der Aktivität der Eierstöcke verursacht.

Blutungen bei jungen Mädchen beruhen häufig auf einer Unfähigkeit des Hypothalamus-Hypophysen-Systems, auf die vermehrte Bildung von Östrogen angemessen zu reagieren. Interessanterweise kommt es gelegentlich auch bei neugeborenen Mädchen zu einer leichten Blutung. Diese ist aber harmlos und wird durch den Wegfall der mütterlichen Östrogene und des mütterlichen Progesterons verursacht.

Erstes Ziel der Diagnostik bei Zyklusstörungen ist es, organische Ursachen auszuschliessen. Insbesondere bei Frauen über 35 kann eine bösartige Erkrankung Grund für die Blutungsstörung sein. Der Arzt/die Ärztin beginnt mit der genauen Erhebung der Krankengeschichte. Diese sollte auch die gesamte Entwicklung, die Pubertätsperiode, das spätere Zyklusverhalten, die Familiengeschichte, eventuelle Erbleiden, Stoffwechselerkrankungen sowie die familiäre Neigung zu Fehlgewicht (Über-/Untergewicht) beinhalten. Danach erfolgt eine gynäkologische Untersuchung, mit der anatomische Veränderungen erfasst werden können, sowie eine Ganzkörperinspektion, da Gewicht, Körperproportionen, Behaarung, Entwicklungszustand der Sexualmerkmale, geistige Entwicklung und psychische Faktoren wesentlich zur Diagnose beitragen können. Die verschiedenen Anomalien zeigen, wie wichtig eine genaue Beschreibung der Blutungsbeschwerden ist. Häufig ist es erforderlich, dass die betroffenen Frauen einige Monate genau Blutungshäufigkeit, Blutungsstärke, Schmerzen, Zwischenblutungen und Eisprung in speziellen Menstruationskalendern notieren. Bei unklaren Fällen kann die Kürettage der Gebärmutter wertvolle diagnostische Hinweise vermitteln.

Neben zahlreichen Labortests (Blutbild, Blutgerinnung, Schilddrüsenfunktion, Progesteron im Serum, Leberfunktion, Prolaktin- und FSH-Spiegel sowie hCG im Urin) ist die Messung der Basaltemperatur hilfreich. Mit dieser einfachen Methode kann festgestellt werden, ob ein Eisprung stattfindet oder nicht. Die Untersuchung des Gebärmutterhals-Schleims (Zervix-Schleim) gibt ebenfalls wichtige Hinweise, da sich Zusammensetzung und Beschaffenheit des Schleims mit dem hormonellen Geschehen ändern.

Weitere diagnostische Massnahmen sind beispielsweise: Ultraschalluntersuchung der Genitalorgane, Abstrich des Gebärmutterhalses mit Untersuchung der gewonnenen Zellen oder Biopsien der Gebärmutterschleimhaut. Auch die sogenannte Hysterosalpingographie (Darstellung von Gebärmutter und Eileitern mit einem Röntgenkontrastmittel) oder die Hysteroskopie (Spiegelung der Gebärmutter), eventuell verbunden mit einer Ausschabung stellen weitere Möglichkeiten dar. Eine Ausschabung kann notwendig sein, wenn man untersuchen will, ob Veränderungen der Schleimhaut des Gebärmutterkörpers vorliegen.

Dysfunktionelle/dyshormonelle Blutung

Ursachen Die häufigste Ursache einer azyklischen repektive einer Dauerblutung ist die sogenannte Follikelpersistenz: Es findet keine Ovulation statt, sondern der Follikel bleibt bestehen und kann so über 5 bis 8 Wochen Östrogene produzieren. Durch die anhaltend hohe Östrogenbildung wird die Gebärmutterschleimhaut zum Wachstum stimuliert (Hyperplasie) und die Drüsen der Schleimhaut erweitern sich zystisch. Die Veränderungen, die sich dann an der Schleimhaut feststellen lassen, nennt man glandulär-zystische Hyperplasie. Wenn die Östrogene schliesslich nicht mehr ausreichen, um die nun hyperplastische Gebärmutterschleimhaut aufrecht zu erhalten, kommt es zu Blutungen.Andere Ursachen für einen anhaltenden Östrogenstimulus können sein:
Kontinuierliche Östrogenmedikation ohne zyklischen Zusatz von Gestagenen
Mehrere Follikel lösen einander in der Produktion von Östrogenen ab, ohne dass ein Eisprung stattfindet
Östrogenbildender Tumor der Eierstöcke.
In zirka 30 Prozent der Fälle sind die Blutungsstörungen organisch bedingt. In zirka 70 Prozent handelt es sich um sogenannte dysfunktionelle Blutungen. Unter einer dysfunktionellen Blutung versteht man eine abnormale Blutung aus der Gebärmutter, die nicht auf anatomische Veränderungen an der Gebärmutter, Medikamente, Blutgerinnungsstörungen oder Komplikationen einer unerwarteten Schwangerschaft zurückgeführt werden kann. Diese Art von Blutung wird meistens verursacht durch Störungen im Bereich der hormonellen Steuerung, das heisst auf der Achse der an der Regelung der Menstruation beteiligten Organe Hypothalamus, Hypophyse und Ovarien. Merkmale, Diagnostik, Verlauf Bei Follikelpersistenz besteht vor Auftreten der dysfunktionellen Blutung meist eine 5 bis 7wöchige Phase ohne Blutungen, was der Dauer des Vorhandenseins des Follikels entspricht. Durch einen relativen Östrogenmangel kommt es dann zu 2 bis 4 wöchigen Blutungen. Hierdurch können in schweren Fällen Anämien (Blutarmut) verursacht werden. Zur Diagnose einer dysfunktionellen Blutung gehört der Ausschluss einer bösartigen Erkrankung, weshalb oft eine Kürettage mit anschliessender Untersuchung des entnommenen Gewebes erfolgt. Bei Follikelpersistenz finden sich hohe Östrogenwerte im Urin und im Blutplasma; im Abstrich aus der Vagina ist an den Zellen die Wirkung der Östrogene ebenfalls sichtbar. Behandlung Die Therapie richtet sich nach dem Alter der Patientin, der Blutungsdauer und dem Ergebnis der histologischen Untersuchung. Die Behandlung ist je nachdem, ob es sich um ein junges Mädchen, eine geschlechtsreife Frau mit oder ohne Kinderwunsch, um eine Frau im Klimakterium oder um eine Frau nach der Menopause handelt unterschiedlich. Je nach wird eine an die speziellen Gegebenheiten angepasste hormonelle Behandlung erfolgen. Daher können an dieser Stelle nur allgemeine Aussagen getroffen werden. Mögliche Massnahmen, die ergriffen werden können, sind neben Abwarten mit regelmässigen gynäkologischen Kontrollen:

Oligomenorrhö

Definition

Die Oligomenorrhoe gehört zu den Rhythmusstörungen. Dieser Begriff bezeichnet Menstruationsblutungen von normaler Dauer und Stärke mit verlängerten freien Intervallen (mehr als 35 bis 45 Tage), meist ohne weitere Beschwerden.

Ursache(n)

Im allgemeinen beruht eine Oligomenorrhoe auf Ovarialinsuffizienz aufgrund einer Störung an irgendeiner Stelle des hormonellem Funktionskreises. Daneben muss auch an wiederholt auftretende Frühaborte gedacht werden.

Behandlung

Vielfach bedarf es keiner Therapie, vor allem wenn kein Kinderwunsch besteht. Ansonsten können zyklusbeeinflussende Hormonpräparate zur Normalisierung der Blutungsrhythmik herangezogen werden.

Polymenorrhö

Definition

Die Polymenorrhoe gehört zu den Rhythmusstörungen. Dieser Begriff bezeichnet eine normale Menstruationsblutung mit verkürztem freien Intervallen (weniger als 25 Tage), meist ohne weiter Beschwerden. Eine subjektive Beeinträchtigung bis hin zur Bettlägerigkeit ist möglich, insbesondere wenn die zu häufig auftretenden Blutungen mit einer Verminderung der roten Blutkörperchen, also einer Anämie (Blutarmut), einhergeht.

Behandlung

Normalisierung der Blutungsrhythmik durch entsprechende Hormonpräparate.

Amenorrhö

Definition

Das Fehlen oder Ausbleiben der menstruellen Blutung wird als Amenorrhoe bezeichnet. Wenn nach Vollendung des 15. Lebensjahres noch keine Menstruationsblutung aufgetreten ist, spricht man von primärer Amenorrhoe. Sind bereits Monatsblutungen erfolgt und treten dann blutungsfreie Intervalle von mehr als 3 Monaten ein, spricht man von sekundärer Amenorrhoe. Meist bestehen ausser dem Fehlen der Monatsblutung keine weiteren Symptome. Ein Teil der Patientinnen berichtet allerdings über Gewichtsschwankungen, eventuell auch von starken psychischen Belastungen.

Ursache(n)

Die primäre Amenorrhoe wird häufig durch genetische Defekte wie Chromosomenanomalien verursacht, aber auch durch Fehlbildungen im Bereich der Geschlechtsorgane. Sollte bis zum 16. Lebensjahr keine Monatsblutung einsetzen, ist eine diagnostische Abklärung dringend zu empfehlen. Sekundäre Amenorrhoen werden am häufigsten durch zentrale hormonelle Fehlsteuerungen (Hypothalamus) verursacht.

Diese Störungen können durch verschiedenartige psychische Ereignisse wie seelische Spannungen vor Entscheidungen, Milieuwechsel, familiäre Ereignisse, Auslandsaufenthalte mit Klimawechsel und andere aussergewöhnliche Belastungen ausgelöst werden. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Scheinschwangerschaft, mit körperlichen Veränderungen, die einer echten Schwangerschaft verblüffend ähnlich sind. Extreme Gewichtsschwankungen können Ursache einer sekundären Amenorrhoe sein, ebenso wie extreme sportliche Belastungen.

Eine Sonderform der zentralnervösen Fehlsteuerung stellt die Post-Pillen-Amenorrhoe" dar, die bei Pilleneinnahme auftreten kann. Relativ häufig wird auch eine passagere Amenorrhoe nach einer Geburt beobachtet, deren Ursache meist ungeklärt bleibt. Das sogenannte Sheehan-Syndrom kann ebenfalls nach einer Geburt auftreten. Hierbei kommt es zu einer Minderdurchblutung der Hypophyse, meist durch starke Blutverluste während und nach der Geburt. Dabei kommt es zum Gewebeuntergang der hormonproduzierenden Hypophyse. Die zentrale Fehlsteuerung des hypothalamisch-hypophysären Bereiches kann ferner durch organische Erkrankungen (entzündlich, traumatisch, raumfordernder oder degenerativer Prozess) seine Ursache finden.

Ausserdem soll auch kurz erwähnt werden, dass Erkrankungen anderer hormonproduzierener Drüsen Ursache für eine Amenorrhoe sein können, wie z.B. vermehrte Androgenbildung (männliches Geschlechtshormon), vermehrte Kortisolbildung, Unterfunktion der Nebennierenrinde oder der Schilddrüse. 18 Prozent aller Amenorrhoen gehen mit einer erhöhten Hormonbildung von Prolaktin einher. Abschliessend kann auch die Einnahme verschiedener Medikamente, vor allem Psychopharmaka, blutdrucksenkende Mittel sowie von Hormonpräparate Ursache einer Amenorrhoe sein.

Die Prognose bei zentralbedingten Amenorrhöen ist abhängig von der Dauer und vom Grad der Funktionsminderung der Eierstöcke. Bei etwa 20 bis 25 Prozent erfolgt eine spontane Normalisierung, bei 40 bis 60 Prozent kann mit einer erfolgreichen Therapie gerechnet werden.

Behandlung

Die medikamentöse Therapie wird in der Regel mit Hilfe von Hormonpräparaten durchgeführt. Ergibt die Ursachensuche Hinweise auf äussere und innere, insbesondere seelische Belastungen, so wird die Behandlung als erstes darauf ausgerichtet.

Hypomenorrhö

Definition

Die Hypomenorrhoe gehört zu den Typusstörungen. Dieser Begriff bezeichnet eine zu schwache Menstruationsblutung, die häufig nur als sogenannte Schmierblutung auftritt. In der Regel treten keine weiteren Symptome auf.

Ursache(n)

Eine Hypomenorrhoe tritt häufig in der Endphase des Jugendalters oder bei übergewichtigen Frauen auf.Die zu schwache Monatsblutung kann Anzeichen einer Funktionsschwäche der Eierstöcke sein, und zwar aufgrund von Fehlbildungen. Sie kann auch auf eine Minderung der Gebärmutterschleimhaut nach Kürettagen auftreten oder nach unvollkommenen Schleimhautabstossungen. Daneben sind psychogene oder hormonbedingte Ursachen möglich.

Behandlung

Diese Störung erfordert im allgemeinen keine Behandlung. Hypomenorrhoe kann gelegentlich Symptom einer Funktionsschwäche der Eierstöcke sein. Ist diese mit Sterilität verbunden, muss entsprechend der Ursache mit Hormonpräparaten behandelt werden.

Hypermenorrhö

Definition

Die Hypermenorrhoe gehört zu den Typusstörungen. Dieser Begriff bezeichnet eine übermässig starke (nicht verlängerte) Menstruationsblutung mit subjektiver Beeinträchtigung bis zur Bettlägrigkeit, insbesondere wenn die zu starke Blutung mit einer Verminderung der roten Blutkörperchen (Anämie) einher geht. Als Mass dient der Verbrauch von über 20 Monatsbinden/Tampons pro Tag, meist mit grösseren Blutkoagula.

Ursache(n)

Über 90 Prozent sind durch organische Veränderungen im Bereich der Geschlechtsorgane bedingt: Myome, Polypen, Stauungszustände im kleinen Becken oder chronische Entzündungen. Aber auch durch allgemeine Krankheiten wie Bluthochdruck, Herz-, Nieren- und Blutkrankheiten können zu starke Blutungen auftreten. Seltenere Ursache sind funktionell hormoneller Art, beispielsweise bei Unterentwicklung der Gebärmutter.

Behandlung

Die Therapie ist zunächst auf das Grundleiden gerichtet. Ursächliche organische Veränderungen wie Myome oder Polypen können abhängig von Lage und Grösse operativ entfernt oder medikamentös behandelt werden. Bestimmte Medikamente erhöhen die Kontraktionsfähigkeit der Gebärmutter und haben dadurch einen blutstillenden Effekt. Findet sich kein Organbefund als Ursache, lässt sich die Blutungsstärke oft durch Hormonpräparate regulieren. Bei Versagen der medikamentösen Therapie oder bei wiederholtem Auftreten von zu starken Menstruationsblutungen mit Anämie kann auch die Gebärmutterentfernung sinnvoll sein.

 

Menorrhagie

Definition

Die Menorrhagie gehört zu den Tempostörungen. Dieser Begriff bezeichnet eine verlängerte und oft zu starke Menstruationsblutung mit subjektiver Beeinträchtigung bis zur Bettlägerigkeit, insbesondere wenn die zu starke Blutung mit einer Verminderung der roten Blutkörperchen, einer Anämie (Blutarmut), einher geht.

Ursache(n)

Über 90 Prozent der Störungen sind durch organische Veränderungen im Bereich der Geschlechtsorgane bedingt, nur etwa 10 Prozent beruhen auf hormonellen Ursachen. Die verlängerte Menstruationsblutung ist meist durch genital organische Krankheiten, wie Myome, Polypen, Stauungszustände im kleinen Becken oder chronische Entzündungen, bedingt. Aber auch durch allgemeine Krankheiten wie Bluthochdruck, Herz-, Nieren- und Blutkrankheiten können zu starke Blutungen auftreten.

Behandlung

Die Therapie ist zunächst auf die Grunderkrankung gerichtet.Ursächliche organische Veränderungen, wie Myome oder Polypen können, abhängig von Lage und Grösse, entweder operativ entfernt werden oder durch gebärmutterkontrahierende Mittel behandelt werden. Kontraktionsmittel erhöhen die Kontraktionsfähigkeit der Gebärmutter und haben dadurch einen blutstillenden Effekt. Findet sich kein nennenswerter Organbefund, lässt sich die Blutungsstärke oftmals durch gestagenbetonte Hormonpräparate regulieren. Bei Versagen der medikamentösen Therapie oder wiederholtem Auftreten von zu starken Menstruationsblutungen mit Anämie muss auch an eine Gebärmutterentfernung gedacht werden.

 

Dysmenorrhö

Definition

Unter Dysmenorrhoe versteht man eine schmerzhafte Monatsblutung mit allgemeinem Krankheitsgefühl.

Ursache(n)

Ursachen einer Dysmenorrhoe können anatomisch bedingt sein, z.B. bei Gebärmuttergeschwülste, Schleimhautpolypen, entzündliche Genitalerkrankungen, Endometriose oder Einengung des Gebärmutterhalskanales.Diese Formen bezeichnet man als sekundäre Dysmenorrhoe, da sie nicht mit der 1. Monatsblutung in der Pubertät, sondern im späteren Leben auftreten. Tritt eine Dysmenorrhoe von der 1. Monatsblutung auf, spricht man von einer primären Dysmenorrhoe. Ursache für eine primäre Dysmenorrhoe kann eine Lageanomalie der Gebärmutter sein. Weiterhin können Missbildungen der Gebärmutter, gestörte Hormonbalance zwischen Östrogen und Gestagen, übermässige Prostaglandinbildung der Gebärmutterschleimhaut oder psychische Faktoren als Ursache in Frage kommen.

Merkmale, Verlauf

Neben allgemeinem Krankheitsgefühl mit Symptomen wie Müdigkeit, herabgesetzter Arbeitsfähigkeit, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Brechreiz, Kopfschmerzen, Migräne, Appetitlosigkeit, Durchfall, Stuhlverstopfung und Herzklopfen haben die Patientinnen krampfartig ziehende Unterbauchschmerzen, verbunden mit Druckgefühl im Unterleib, die sich bis zu heftigen, kolikartigen Schmerzen steigern können und auch zu Kreuzschmerzen führen können. Die Beschwerden beginnen meist einige Tage vor der Menstruation und sind gewöhnlich am 1. und 2. Blutungstag am stärksten. Neben körperlichen Schmerzen können auch psychische Veränderungen, wie beeinträchtigtes Selbstwertgefühl, Verstimmungen, nervöse Reizzustände und Depressionen zu Grunde liegen. Die Brüste können schmerzhaft gespannt sein und im Bereich der Brustwarzen einen gesteigerten Berührungsschmerz aufweisen. Das Körpergewicht steigt durch Wassereinlagerungen leicht an; dies ist besonders im Gesicht sowie an Händen und Beinen mit unterschiedlicher Ausprägung sichtbar.

Behandlung

Die Therapie richtet sich zunächst nach dem Grundleiden. Ansonsten wirken bei allen Formen der Dysmenorrhoe krampflösende Medikamente und Schmerzmittel sowie unterstützend krankengymnastische und physikalische Therapien. Dies ist insbesondere bei konstitutionell zarten Patientinnen wichtig. Bei psychogener Überlagerung der Beschwerden empfiehlen sich einfache Formen der Psychotherapie sowie Entspannungsübungen.

Postmenstruelle Blutung

Ursache(n) und Behandlung

Das Endometrium kann sich aufgrund eines Östrogenmangels nicht regenerieren oder es besteht eine Muskelschwäche der Gebärmutter mit mangelnder Blutstillung. In solchen Fällen werden kleine Dosen von Östrogenen verabreicht.

Verzögerte Abstossung der Gebärmutterschleimhaut während der Menstruation. Dies kommt dadurch zustande, dass sich das Corpus luteum nur langsam zurückbildet und Progesteron und Östrogene verspätet abnehmen. Die Behandlung besteht hier in der Gabe von Östrogen-Gestagen-Kombinationen vor der Menstruation. Durch Absetzen der Tabletten am 25. Tag wird die Abstossung der Gebärmutterschleimhaut beschleunigt.

Ovulationsblutung (Mittelblutung)

Ursache(n) und Behandlung

Ovulationsblutungen kommen in der Mitte eines Zyklus vor, in dem es zum Eisprung kommt (Ovulatorischer Zyklus). Diese Blutungen gehen oft mit dem sogenannten Mittelschmerz einher und dauern nur 1 bis 3 Tage. Durch den Abfall des Östrogenspiegels nach dem Eisprung kann manchmal eine Hormonentzugsblutung ausgelöst werden. Meist wird dies durch die Gabe von Östrogenen oder Östrogen-Gestagen-Kombinationen kurz vor dem Zeitpunkt, an dem die Mittelblutung erwartet wird, behandelt.

Prämenstruelle Blutung

Ursache(n) und Behandlung

Blutungen, die vor der Menstruation auftreten, können auf einer Schwäche des Gelbkörpers (Corpus-luteum-Insuffizienz) beruhen, sodass es zu einem Mangel an Progesteron kommt. Durch die Verabreichung von Östrogen-Gestagen-Kombinationen oder Gestagenen lässt sich dies ausgleichen.

Definition

Hier werden alle Abweichungen (Anomalien) von der normalen Regelblutung dargestellt. Blutungen aus dem Uro-Genitaltrakt, die nichts mit der Menstruation zu tun haben, also beispielsweise durch Verletzungen oder Tumoren verursacht sind, finden Sie im jeweiligen Kapitel, wie Gebärmutterhalskrebs etc. Die menstruelle Blutung ist das äussere Zeichen eines im Körper abgelaufenen Zyklus.

Als Zykluslänge bezeichnet man das Intervall zwischen zwei Monatsblutungen. Ein Zyklus beginnt am 1. Blutungstag. Die gesamte Menstruation dauert 4 bis 5 Tage, dabei beträgt der Blutverlust insgesamt ungefähr 30 ml. Das Blutungsmaximum wird am zweiten Tag erreicht. Die reguläre, ohne Beschwerden verlaufende menstruelle Blutung heisst Eumenorrhö. Zyklusstörungen, die von diesen Regelmässigkeiten stark abweichen, werden als Blutungsanomalien bezeichnet.

Man unterteilt die Blutungsanomalien in Rhythmusstörungen, die sich auf das Blutungsintervall beziehen: die zu selten auftretende Uterusblutung (Zyklus von mehr als 35 Tagen = Oligomenorrhö) und die zu häufig auftretende Uterusblutung (Zyklus von weniger als 25 Tagen = Polymenorrhö) . Bei den verbleibenden Blutungsanomalien handelt es sich um Typusstörungen, die sich auf die Blutungsstärke beziehen. Hier unterscheidet man: das Fehlen oder Ausbleiben der menstruellen Blutung (Amenorrhö), zu schwache Blutungen (Hypomenorrhö), zu starke Blutungen (Hypermenorrhö), zu starke und zu lang anhaltende Blutungen (Menorrhagie), unregelmässig und nicht-zyklisch verlaufende Blutungen, die über mehr als 10 Tage andauern (Metrorrhagie) sowie schmerzhafte Blutungen (Dysmenorrhö).

Daneben gibt es noch weitere Anomalien: So spricht man bei Blutungen, die nach einem Zyklus ohne Eisprung und ohne Gelbkörperbildung auftreten und einer Periodenblutung ähneln von Pseudomenstruation. Zu einer Pseudomenstruation kommt es beispielsweise bei der Einnahme der Pille: Der Eisprung (Ovulation) wird unterdrückt, weshalb man diese Präparate auch als "Ovulationshemmer" bezeichnet. Die Blutung, die in der Pillenpause eintritt, stellt eine Hormonentzugsblutung dar und keine Menstruation im Sinne der Definition. Eine postmenstruelle Blutung ist eine Schmierblutung, die nach der Menstruation oder nach einem blutungsfreien Intervall von 1 bis 2 Tagen auftritt und einige Tage anhält. Ovulationsblutungen (Mittelblutungen) kommen in der Mitte eines Zyklus vor, in dem es zum Eisprung kommt (ovulatorischer Zyklus). Diese Blutungen gehen oft mit dem sogenannten Mitelschmerz einher. Sie dauern nur 1 bis 3 Tage. Prämenstruelle Blutungen sind Vorblutungen die auftreten, bevor die eingentliche Menstruation einsetzt.Die erwähnten Begriffe haben nur beschreibenden Charakter und machen keinerlei Aussage über die Ursache der Störung.

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