Kongenitales Rötelnsyndrom

Definition

Das Kongenitale Rötelnsyndrom ist ein zusammenfassender Begriff für all die Defekte, die beim Ungeborenen durch Rötelninfektion bei der Mutter hervorgerufen werden können:
Verzögertes Wachstum: 50 bis 85 Prozent der Kinder sind bei Geburt zu klein und bleiben klein
Vergrösserung von Leber und Milz, Gelbsucht
Lymphknotenschwellung am ganzen Körper
Störungen des Blutes mit Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) und Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie)
Herzfehler (Pulmonalarterienstenose, Offener Ductus Botalli, Ventrikelseptumdefekt)
Mikrozephalie, Verkalkungen im Gehirn
Augenschäden: Katarakt, Glaukom, Mikrophthalmie, Retinitis (Entzündung der Netzhaut)
Nephritis (Nierenentzündung)
Meningoenzephalitis
Eine der bei Masern auftretenden Subakuten sklerosierenden Panenzephalitis ähnelnde Verlaufsform einer Enzephalitis (Entzündung des Hirngewebes) wurde beim Kongenitalen Rötelnsyndrom ebenfalls beschrieben
Osteomyelitis (Entzündung von Knochen und Knochenmark)
Störungen des Immunsystems
Störungen des Hormonhaushalts, insbesondere Entwicklung eines Diabetes mellitus und Störungen der Schilddrüsenhormone
Pneumonie (Lungenentzündung)
Verhaltensauffälligkeiten, Lernschwierigkeiten.

Merkmale, Diagnostik, Verlauf

Die Diagnose eines Kongenitalen Rötelnsyndroms wird durch den Nachweis des Virus in Rachenabstrich, Urin oder Liquor bestätigt. Darüber hinaus spricht der Nachweis von Rötelnspezifischen IgM-Antikörpern für eine Rötelninfektion. Am Gewebe geschädigter Organe kann die Infektion ebenfalls nachgewiesen werden. Kinder mit Kongenitalem Rötelnsyndrom können über Monate hinaus ansteckend sein.

Behandlung

Für das Kongenitale Rötelnsyndrom gibt es keine spezifische Therapiemöglichkeit. Die Betreuung von betroffenen Kindern richtet sich vorwiegend nach Art und Ausmass der angeborenen Defekte und ist daher von Fall zu Fall unterschiedlich.

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