BGM Gesundheitsmanagement Beratung

Qualitätsstandard und Messinstrumente für ein Erfolgreiches betriebliches Gesundheitsmanagement

 

Bestandsanalyse im Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Standards im BGM Prozess erleichtern es Unternehmen, die betrieblichen Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse so zu entwickeln, dass Unternehmen und Arbeitsbedingungen gesundheitsgerecht und leistungsfördernd gestaltet und die Mitarbeiter zu gesundheitsförderlichem Verhalten befähigt werden können. Wie auch in allen anderen Prozessen, die eine Wirksamkeitskontrolle durchlaufen, dienen Standards als Bewertungsgrundlage für ein BGM. Ein ausformuliertes Anforderungsprofil, sowie einheitliche und vergleichbare Bewertungskriterien sind von deutschen Unternehmen schon lange erwünscht (vgl. Rimbach, 2013, S.143).

Es hat einige Zeit gedauert bis der Gesetzgeber sich zu diesem Thema klar geäußert hat. Im Jahr 1999 hat es erstmals klare Vorgaben in Bezug auf Qualitätskriterien gegeben, welche für die Betriebe auch verständlich waren. Veröffentlicht wurden diese Vorgaben durch das Europäische Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung. Seitdem wurden diese Ansätze weiter ausgearbeitet und weiterentwickelt. Die wirkungsreichste Veröffentlichung hierzu ist die 2012 veröffentlichte DIN SPEC 91020. Sie wurde durch die Koordinierungsstelle Managementsystemnormung (KoSMaA) im Bereich Innovation des Deutschen Instituts für Normung erstellt. Diese Spezifikation baut auf den Social Capital and Occupational Health Standard (SCOHS) auf, welcher sich wiederum auf weitere bestehende Anforderungskataloge stützt. Hierzu gehören zum Beispiel EFQM und die ISO 9001 (vgl. Kaminski, 2013, S.35).

Die DIN SPEC 91020 ist konform mit dem Sozialgesetz, dem Arbeitsschutzgesetz und weiteren Regelwerken und orientiert sich an etablierten Qualitätsmanagementnormen, wie der ISO 9000 ff. Die Angaben zum strategischen Vorgehen enthalten alle klassischen Themen eines Managementsystems, welche in bereits vorhandene Managementsysteme integrierbar sind. Der Konkrete Umsetzungsplan der DIN SPEC 91020 folgt dem PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act), einen Regelkreis, der Aufbau, Dokumentation, Umsetzung, Aufrechterhaltung und Wirksamkeitsmessung von Maßnahmen betrachtet (vgl. Kaminski, 2013, S.35).

Die untersuchten Treiber sind in der DIN SPEC 91020 wiederzufinden. Das Thema Mitarbeiterorientierung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die Veröffentlichung hebt hervor, dass alle Organisationsmitglieder die Möglichkeit zur Mitgestaltung und Verbesserung des BGM Prozesses haben. In der Berufspraxis ist damit beispielsweise ein konstruktives persönliches Feedbackgespräch im Hinblick auf die Umsetzung des BGMs gemeint. Bei den integrierten Inhalten aus dem SCOHS handelt es sich unter anderem um konkrete Anforderungen an die Vorbildfunktion der Führungskräfte. Diese enthalten klare Ausführungen zu den Themen gelebte gemeinsame Überzeugung, Werte und Regeln. Darüber hinaus enthält die DIN Norm Informationen über Feedback- und Beurteilungssysteme für Führungskräfte (vgl. Kaminski, 2013, S.36).

Die Autoren haben besonders Wert auf eine universale Anwendbarkeit der Strategien gelegt. Die Implementierung ist für jeden Betrieb mit ausreichend Ressourcen möglich, unabhängig von Art, Größe, geografischer Lage, kulturellen und sozialen Bedingungen und den zur Verfügung stehenden Dienstleistungen. Beiden Standards, DIN SPEC und SCOHS, liegen unter anderem interne Audits als innerbetriebliche Verfahren zur Bewertung des BGM zugrunde. Die Ergebnisse dienen der Berichterstattung an die oberste Leitung der Organisation (vgl. Kaminski, 2013, S.37).

Insgesamt eignet sich die DIN SPEC 91020 hervorragend als Orientierungsmarker  für die Entwicklung und Umsetzung eines BGM. Sie beinhaltet alle für das BGM erforderlichen Prozesse und Regeln, sowie deren Abfolge und Wechselwirkungen zu anderen Organisationsprozessen. Es werden Methoden und Kriterien beschrieben, die die Wirksamkeit der Prozesse sicherstellen sollen. Eines dieser Werkzeuge sind zielgerichtete Kennzahlensysteme. Die kontinuierliche Messung, Überwachung und Justierung ist maßgeblich im BGM Prozess. Die Umsetzung benötigt daher qualifiziertes Personal. Die Selbstverpflichtung der Unternehmensleitung zur Entwicklung und Durchführung eines BGM in Form einer schriftlichen Fixierung wird in der DIN SPEC empfohlen. Befugnisse, Ressourcen und Ziele sollten darin zu finden sein (vgl. Kaminski, 2013, S.37).

 

Die Zertifizierung des BGM Prozesses nach DIN SPEC 91020 ist in vier Kerprozesse unterteilt.

  1. Voraudit
    • Bestandsaufnahme
    • Analyse des Deltas zur DIN SPEC 91020 und Ableitung eines Maßnahmenkatalogs
    • Durchführung interner Audits
  2. Systemaudit 1
    • Erfassung des betrieblichen Systems mit den entsprechenden Prozessen, Regeln und Dokumenten
  3. Systemaudit 2
    • Bewertung des betrieblichen Systems und seiner Anwendung
  4. Bericht und Zertifizierung
    • Mit der Erstellung des Auditberichts und der unabhängigen Prüfung wird bei erfolgreicher Zertifizierung das Zertifikat vergeben.

(vgl. Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen, 2015).

 

Es ist vorgesehen, dass mindestens einmal jährlich ein internes Überwachungsaudit durchgeführt wird. Zu beachten ist dabei, dass dies vor Ablauf der Gültigkeit der Zertifizierung stattfindet (vgl. Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen, 2015).

 

Quellen:

Rimbach, A. (2013). Entwicklung und Realisierung eines integrierten betrieblichen Gesundheitsmanagements in Krankenhäusern – Betriebliches Gesundheitsmanagement als Herausforderung für die Organisationsentwicklung. München: Rainer Hampp Verlag

Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (Hrsg.). (2015). DIN SPEC 91020 Mitarbeitergesundheit als strategischer Erfolgsfaktor. Zugriff am 10.05.2017 unter https://www.dqs.de/fileadmin/files/de2013/Files/Standards/Nachhaltigkeit/Arbeitsschutz/DIN_SPEC_91020/DQS_Produktinfo_91020_12_2015.pdf

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